Michael Ridpath: Fluch

Michael Ridpath: Fluch

Der Bostoner Detective Magnus Jonson flüchtet in seine Heimat Island, um dort den Schergen der Drogenmafia zu entkommen. Dort wird er wegen seiner Erfahrung als Berater bei Ermittlungen zu einem Mordfall an einem isländischen Spezialisten für alte Sprachen hinzugezogen. Dieser wurde offensichtlich wegen eines Manuskripts einer uralten, heimischen Sage ermordet, welche die Geschichte eines Ringes mit entsetzlicher Macht beinhaltete. Durch einen nach vielen Jahren wieder entdeckter Briefverkehr mit J.R.R. Tolkien wird Magnus Jonson auf einen Herr-der-Ringe-Fanclub aufmerksam.

Ich liebe Island, ich liebe gute Krimis und Herr der Ringe hat für mich nahezu den Stellenwert einer Bibel. Klar, dass ich unter diesen Voraussetzungen das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Aber nicht nur aus diesen Gründen. Magnus Jonson wird nicht als der typisch nordische Kriminalist dargestellt (also der Typ „geschiedener und depressiver Alkoholiker, der kurz davor ist, von einer Brücke zu springen“) und nimmt daher der spannenden Handlung nicht durch Düsternis und Weltschmerz die Luft weg. Zudem gefiel mir die Figur an sich: ein amerikanischer Detektiv mit isländischen Wurzeln, der aus einer gewalttätigen Welt in seine Heimat zurückkehrt, in der Waffen verboten sind und sich alle liebevoll duzen.

Was Ridpath hier liefert hat mich sehr überzeugt. Eine angenehme Abwechslung zu den üblichen Massenmörder-Geschichten und zudem auch ein sehr gelungenes Debut des Schriftstellers auf neuem Terrain, denn Ridpath dürfte so manchem eher von Thrillern aus dem Bereich der Wirtschaftskriminalität bekannt sein. Zugreifen!

Michael Ridpath
Fluch

Gebundene Ausgabe, 384 Seiten
Verlag: HOFFMANN UND CAMPE VERLAG GmbH (16. August 2010)
ISBN: 978-3455402650